Die Bildungsstudie TIMSS (Third international Mathematics and Science Study)


Die neueste internationale Schulvergleichsstudie TIMSS wurde von Prof. Dr. Jürgen Baumert vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung im November 2000 vorgelegt. Sie hat viele in Deutschland damit überrascht, dass die deutsche Schüler im Vergleich zu den Leistungen ihrer Altersgenossen aus etwa 40 Ländern nur mittelmäßiges bieten. Deutschland liegt im Fach Mathematik im internationalen Vergleich nur auf Platz 23. Ein derart schlechtes Abschneiden der deutschen Schüler hatte niemand erwartet und deshalb ist das Thema Schule plötzlich wieder ein politisches Thema.

Im Schuljahr 1994/95 nahmen dabei weltweit über 550000 zum einen 9- und 13-jährige Schüler sowie zum anderen Schüler des Abschlussjahrgangs an einem Test mit Aufgaben aus der Mathematik und den Naturwissenschaften teil. In Deutschland beteiligten sich an dem Test 7000 Schüler aller Schularten der Jahrgangsstufen 7 und 8 sowie Schüler aus den Abschlussklassen.

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:

  • Es gibt es keine Belege dafür, dass Kinder von Eltern unterer Sozialschichten in der Schule benachteiligt würden. Die soziale Selektion findet jedoch in den Fällen statt, in denen die Leistung nicht eindeutig gut ist und die Neigungen nicht klar sind. Dann ermutigen Eltern mit höherer Schulbildung ihre Kinder stärker zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Eltern unterer Sozialschichten hingegen sehen in so einer unklaren Situation ihre Kinder besser in einer traditionellen Berufsausbildung aufgehoben.

  • Im Mathematikunterricht in Deutschland werden vorwiegend Routineaufgaben gelöst. Die aktive Mitgestaltung des Unterrichts durch die Schüler ist nicht üblich. Dementsprechend sind die deutschen Schüler im internationalen Vergleich relativ stark bei der Lösung von Standardaufgaben, schwach hingegen dann, wenn das Gelernte in einen neuen Zusammenhang übertragen werden muss.

  • Beim Vergleich der verschiedenen Schulformen (Gymnasium, Realschule, Hauptschule und Gesamtschule) ist das durchschnittliche Fähigkeitsniveau des Gymnasiums - wie erwartet - am höchsten, es treten allerdings in allen Schulformen große Leistungsstreuungen auf. Betrachtet man ausschließlich die Leistungen der deutschen Gymnasiasten, dann stehen diese in der Gesamtrangliste auf Platz 6.

  • Infolge unterschiedlicher regionaler Schulentwicklungen erreichen die Schülerschaften derselben Schulform je nach Region erheblich unterschiedliche Leistungen.

  • Die positive Wirkung des Zentralabiturs lässt sich in besseren Leistungen in den Mathematikgrundkursen feststellen, während in den Leistungskursen keine gravierenden Unterschiede festzustellen sind.


Timss beruht auf empirischer Schulforschung und hat den Weg geebnet für einen noch umfassenderen internationalen Schulvergleich, für die Studie Pisa (Programme for International Student Assessment).
 

Quelle:  Max-Planck-Institut für Bildungsforschung TIMSS

  


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