Fermi Question Telecommunications Project -
ein fach- und länderübergreifendes Projekt am Gymnasium Parsberg


Der Hinweis eines im Internet surfenden Kollegen (Gerhard Schneider) brachte den Stein ins Rollen: Seit Beginn des Schuljahrs 1995/96 beteiligen sich zwei Gruppen des Gymnasiums Parsberg am "Fermi Question Telecommunications Project " aus Natick/Massachusetts, USA.

 Sie beschäftigen sich mit diesem Projekt im Rahmen des Pluskurses Mathematik (10.Jahrgangsstufe, eine Doppelstunde pro Woche). Das ursprünglich rein mathematische Thema des Kurses - die Geometrie der Fraktale - musste dadurch etwas zurückgenommen werden.

 Das Projekt wurde initiiert von Dennis Driscoll, einem Lehrer and der Natick High School in Natick/Massachusetts, der im Schuljahr 1993/94 bereits eine Vorstufe zu diesem Projekt getestet hatte. Die Bezeichnung "Fermi question" geht auf den Physiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi zurück: Sie bezeichnet Fragen bzw. Aufgaben, deren Lösung aus einer sehr großen Zahl besteht. Die Größe dieser Zahl kann nur durch Abschätzungen ermittelt werden. Im Rahmen dieses Projektes sollten nun Gruppen von Schülern möglichst viele interessante Fermi-Fragen finden, diese an andere Gruppen mithilfe der Telekommunikation übermitteln und zurückgesandte Lösungsversuche diskutieren.

 Der Start des Projekts erfolgte im Gymnasium Parsberg am 18.9.95 mit der Absendung einer Email an Dennis Driscoll, die allerdings erst am 30.9.95 bei ihm ankam - eine technische Panne bei der Weiterleitung über den Knoten Oberpfalz in Amberg und das Bayerische Schulnetz in Augsburg an das Internet. Doch dann lief es reibungslos:

 Wir wurden als einzige deutsche Schule unter sieben teilnehmenden High Schools aus allen Teilen der USA willkommen geheissen. Unsere beiden Gruppen, die "mailmen" und "penitents", formierten sich, stellten sich in einem ersten E-mail am 5.10. 95 den anderen Gruppen vor und formulierten ihre ersten Fermi-Fragen:

  • "How many trucks with 10 m^3 cargo space do you need to remove the whole ice of Greenland?"
  • "How much does the Empire State Building weigh? But only above earth and without people and interior decoration."
Bald erreichten uns die teils braven, teils witzigen Selbstbeschreibungen der anderen Gruppen und ihre Fermi-Fragen. Aus der Vielzahl an Fragen galt es nun die interessierenden auszuwählen, sie zu lösen und die Lösung mit den fragenden Partnern übers Internet zu besprechen.

 Nachdem die Schüler das Absenden und Empfangen von Emails beherrschten, konnte ich mich auf die Kontrolle und Kopie der ein- und ausgehenden Emails beschränken. Beide Gruppen übernahmen zunehmend selbständig die Kommunikation in englischer Sprache, wozu auch Rückfragen zum sprachlichen Verständnis von technischen Ausdrücken wie etwa "copper tops" gehörten. Eine amerikanische Gruppe sandte uns eine Nachricht mit einigen deutschen Sätzen - ein lobenswerter Versuch, der uns allerdings zum Schmunzeln brachte.

 Unter den bis Ende Dezember eingegangenen Fragen befinden sich sehr einfache, aber auch originelle und schwierige Aufgaben, z. B.:

  • How many times does the word "and" show up in an average English Dictionary.
  • How many pennies could it take to fill up a school bus?
  • How many trees are in your state?
  • How many 100 watt lightbulbs would it take to replace the sun when it burns out?
  • How many snow flakes does it take to build a 4 feet snowman?
  • How many pints of beer could you buy with the amount of money made on selling pieces of the Berlin Wall?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Schulen anderer Kontinente und unterschiedlicher Schultypen sowohl meinen Schülern als auch mir neues Wissen , Können und neue Erfahrungen vermittelte und darüber hinaus auch viel Spaß bereitete.

 Im Schuljahr 96/97 führt Frau Olson das Projekt weiter und sucht noch deutsche Kontakte.

 Internetadresse von Frau Charlotte A Olson: chaolson@sendit.nodak.edu Internetadresse von Dennis Driscoll: driscod1@meol.mass.edu

 
Michael Holzapfel, Gymnasium Parsberg


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