Hebräisches Zahlensystem - Kabbala - Gematria


Die Gematria ist die Methode der Jüdischen Zahlenmystik, der Kabbala(h). Sie ist eine Art hebräischer Nummerologie und wurde ebenso bei den Griechen verwendet.
Im Judentum kennt man keine speziellen Zeichen für Zahlen. Im Hebräischen ist jedem Buchstaben eine Zahl zugeordnet, wobei Vokale nicht zählen und nur durch Markierungen in oder unter den Buchstaben gekennzeichnet werden.

Buchstabe    Zahlenwert    Klang

Aleph                   1               A` (Gutturales A)

Beth                     2               B

Gimel                   3               G

Daleth                  4               D

Heh                     5               H

Vau (Waw)         6               V,W (U)

Zayin                   7               Z

Chet(h)                8               Ch

Tet(h)                  9               T

Yodh (Jod)        10               J, Y (I)

Kaph            20 oder 500     (W_e) K

Lamed               30               L

Mem            40 oder 600      (W_e) M

Nun             50 oder 700      (W_e) N

Samekh              60               S

Ayin                   70               O' (Gutturales O)

Pe(h)           80 oder 800       (W_e) P, F

Tzaddi (Sade)  90 oder 900   (W_e) Tz, Sz

Qoph (Koph)   100                Q, K

Resh                 200                 R

S(c)hin             300                 S, Sch

Tau (Taw)        400                 T, Th

(W_e = Buchstabenzahlenwert, falls der Buchstabe am Wortende steht )

Gematria bedeutet Addition der den Buchstaben zugeordneten Zahlenwerte und Vergleich der Bedeutung von Wörtern an Hand der Summenwerte.

Beispiele für Gematria aus dem Hebräischen:


Die Worte Echad (Eins, der Eine) und Ahabah (Liebe) werden so gleichgesetzt.
Darüber hinaus ist die Summe ihrer Zahlenwerte 26, gleich der Zahl des göttlichen
Namens Jahve.
 
 
 


Die Differenz zwischen dem hebräischen Namen Adams und Evas ist 26 und ist gleich der
Zahl des göttlichen Namens Jahve.
Genesis 5,1:
„Am Tag, da Gott den Menschen erschuf, machte er ihn Gott ähnlich. Als Mann und Frau erschuf er sie,
er segnete sie und nannte sie Mensch an dem Tag, da sie erschaffen wurden."
 


Die beiden Worte Gevurah (Stärke, Macht) und Arjeh (Löwe) haben den gleichen Zahlenwert 216.
In der Überlieferung ist der Löwe das Symbol der Majestät Gottes, der Tapferkeit, der Macht und der Stärke Jahves.
 
 


Verknüpfung der Worte Jajin (Wein) und Sod (Geheimnis): Der Wein entlockt das Geheimnis.

Sprichwort: „Im Wein liegt die Wahrheit" (hebr. „Nichnas Jajin Jasa"; lat. „In vino veritas").
 
 

Für die Zuordnung der Buchstaben zu Zahlen verwendeten die Rabbiner auch andere Methoden:
Z.B. wurde dem Buchstaben nicht nur die Zahl 5 zugeordnet, sondern auch 52  oder die Summe 1+2+3+4+5.
Damit sind den Worten nicht eindeutige Zahlenwerte zugeordnet. Es gibt daher in der Gematria bei den religiösen und literarischen Anwendungen Raum für Mehrdeutigkeiten und Spekulationen.
 

Griechisches Zahlensystem - Isopsephie

Die Griechen verwendeten das Wort Isopsephie für Gematria.

Im antiken Griechenland findet man von 500 v. Chr. bis zur Zeitenwende verschiedene Zahlschriften.

Eines dieser Schreibweisen - die attische oder die der Athener - ordnet jeder der folgenden Zahlen ein eigenes graphisches Zeichen zu:

1, 5, 10, 50, 100, 500, 1 000, 5 000, 10 000, 50 000
Hauptzeichen:      r (Pente) 5,  D (Deka) 10,  H (Hekaton) 100, M (Myrioi) 1000

Mit Hilfe dieser Zeichen wurden Listen mit verschiedenen Zeichenwerten angefertigt.
 

Die Griechen verwendeten auch ein alphabetisches Ziffernsystem, das dem Hebräischen entspricht.

Beispiele für Isopsephie aus dem Griechischen:

Für die Gnostiker (ersten Jahrhunderte n. Chr.) blieb der Name Gottes unaussprechlich und wurde häufig als Hagion Onoma (Heiliger Name, Herrscher der 365 Tage) bezeichnet. Mit Hilfe der Isopsephie stellten sie ihren höchsten Gott mit dem Nationalgott Ägyptens, dem Neilos (Nil) hinter dem Osiris stand, und dem persischen Sonnengott Mithras gleich.


 

Literatur- und Quellenangabe

Ifrah, Universalgeschichte der Zahlen, Campus Verlag (1991)

Pickover, Die Mathematik und das Göttliche, Spektrum Akademischer Verlag (1999)

http://www.kolumbus.fi/gematria/numeric.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Kabbala


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