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Quadrat von Knauth
Die Figur von Knauth ist eine geometrische Figur, die auf den
Architekten und ab 1903 Straßburger Dombaumeister Johannes Knauth (1864–1924)
zurückgeht.
Gegeben ist
ein Quadrat mit der Seitenlänge a. Es werden die Seitenmitten mit den
gegenüberliegenden Eckpunkten des Quadrats geradlinig verbunden.
Die Figur hat eine vierfache Achsensymmetrie und eine vierfache Rotationssymmetrie.
Wegen der
vierfachen Rotationssymmetrie
folgt, dass der Winkel z.B. bei J gleich 90° ist.
Bei dem innen liegenden gleichseitigen Achteck sind gegenüberliegende Winkel
jeweils gleich groß.
ε/2 + δ/2 + 45° = 180° (Winkelsumme im Dreieck)
ε
+
δ = 270° tan(δ/2) = a / a/2 (Tangens im Dreieck EBC)
tan(δ/2)
= 2 δ/2 = arctan(2) ≈ 63,43
δ = 2 arctan(2)
≈ 126,87
β = 180° –
δ = 180° – 2 arctan(2)
α = 90° – α = 2
arctan(2) – 90°
s / t = sin(α) / sin(β)
= 3 / 4 (Sinussatz und
Berechnung mit CAS)
Ansatz: s = 3 k, t = 4 k. Daraus folgt: |LP| = 5 k
(Pythagoras im Dreieck LJP: (3k)² + (4k)² = (5k)²)
Folgerung:
Das Dreieck
LJP ist ein ägyptisches Dreieck mit dem Seitenverhältnis 3 : 4 : 5.
Wegen der
vierfachen Achsensymmetrie und Rotationssymmetrie gibt es 8 derartige
kongruente ägyptische Dreiecke.
|HK| / |KC| = sin(δ – 90°) / sin(180° – δ) (Sinussatz)
|HK| / |KC|
= sin(2 arctan(2) – 90°) / sin(180° – 2 arctan(2)) = 3 / 4 (Berechnung mit
CAS)
Folgerung:
Das Dreieck
HKC ist ein ägyptisches Dreieck mit dem Seitenverhältnis 3 : 4 : 5.
|HC|² = a² +
(a/2)²
|HC| = a/2
√5
Daraus folgt:
|HK| = 3/5 |HC| = 3a/10
√5
und |KC| = 4/5 |HC| = 2a/5
√5
Für a = 2√5 ergibt sich für |HK| = 3, |KC| = 4 und |HC| = 5.
|HK| : |SQ| = 2
: 1 (Strahlensatz)
|SQ| = 1/2 |HK|
= 3a/20
√5
|SR| : |RQ| = 5
: 4
|LJ| = |RQ| = 4/9 |SQ|
= a/15
√5
|LP| = |SR| =
5/9 |SQ| = a/12
√5
|PJ| = 3/9 |SQ|
= a/20
√5
Für a = 12
√5 ergibt sich für |JP| =
3, |JL| = 4 und |LP| = 5.
Bemerkung:
Die Seitenlängen der grünen Dreiecke sind sechsmal so lang wie die
Seitenlängen der entsprechenden roten ägyptischen Dreiecke.
Im Dreieck EBK gilt nach dem Sinussatz:
|KB| / |EB| = sin(δ/2) / sin(90°– δ/2) = sin(arctan(2)) / sin(90° –
arctan(2)) = 2
Die Katheten der braunen rechtwinkligen Dreiecke verhalten
sich wie 2 : 1.
Flächeninhalt A◿
des rechtwinkligen Dreiecks:
sin(δ/2) = |KB| / a/2
|KB| = a/2 sin(δ/2) = a/2 ∙ sin(arctan(2)) = a/5
√5
A◿ = 1/2
∙
a/5
√5
∙ a/10
√5 = 1/20 a2
Das blaue Quadrat hat den Flächeninhalt:
(|KL| + |LP| +
|PQ|)2 = (a/15
√5 + a/12
√5 + a/20
√5) 2 = a2/5
Der Flächeninhalt des blauen Quadrats beträgt 1/5 des Flächeninhalts des
gegebenen Quadrats.
Ergebnisse:
Vier braune rechtwinkligen Dreiecke haben denselben Flächeninhalt
wie das blaue Quadrat.
Die sternförmige Restfläche hat denselben Flächeninhalt wie die 8
rechtwinkligen Dreiecke zusammen.
Ägyptisches Dreieck
In Ägypten wurde die zusammengebundene Zwölfknotenschnur zum Darstellen von
rechten Winkeln benutzt. Die Knoten wurden jeweils im gleichen Abstand
(L.E.) gebildet. Die Schnur wird so über die Eckpunkte A, B, C aufgespannt,
dass die Seitenlängen 3, 4, 5 L.E. betragen. Es gilt dann: 32 +
42 = 52.
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