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Rhombendodekaeder und Rhombentriakontaeder Es gilt der
Polyedersatz von L. Euler (1707 – 1783): e + f = k + 2
Das Rhombendodekaeder Das Rhombendodekaeder ist ein Polyeder mit
12 Rauten (Rhomben), 14 Ecken und 24 Kanten. An sechs der Ecken grenzen vier
Kanten und an die übrigen acht Ecken grenzen drei Kanten. Nach Polyedersatz
von Euler: 12 + 14 = 24 + 2
Die
Würfelkanten bilden die Diagonale f der Raute mit der Seitenlänge a.
Querschnitt durch das
Rhombendodekaeder
Nur wenn die Höhe h der Pyramide gleich der halben Würfelkante ist (h =
f/2), schneiden die Verbindungsstrecken benachbarter Pyramidenspitzen die
Würfelkanten senkrecht. Dadurch entsteht eine ebene Raute mit den Diagonalen e und
f. (e/2)² = (f/2)² + (f/2)²
(Pythagoras)
e = f
√2
f² = 4/3 a² Flächeninhalt AR
der Raute in Abhängigkeit von a:
AR
= e·f
/ 2 =
√2/2
f²
AR
= 2/3
√2
a²
Oberflächeninhalt A des
Rhombendodekaeders: A = 12 AR
= 8√2
a²
≈ 11,314 a²
Berechnung des Volumeninhalts V des
Rhombendodekaeders: Volumeninhalt VP
einer aufgesetzten Pyramide:
VP
= 1/3 f² h = 1/6 f³
V = f³
+ 6·VP
= 2 f³
Volumeninhalt V des
Rhombendodekaeders: V = 16/9
√3
a³ ≈ 3,079 a³
Radius
R der Umkugel durch die Pyramidenspitzen
des
Rhombendodekaeders: R = f = 2/3
√3
a ≈ 1,155 a
Radius
r der Inkugel
des
Rhombendodekaeders: r = 1/3
√6
a ≈ 0,816 a
r² = f²/4 + f²/4 = f²/2 Rhombendodekaeder mit Umkugel und mit
Inkugel
Symmetrie des
Rhombendodekaeders:
Das Rhombendodekaeder besitzt
3
vierzählige Drehachsen a durch die 6 Pyramidenspitzen,
4
dreizählige Drehachsen b durch die 8 Würfelecken,
6
zweizählige Drehachsen c durch die Mitten gegenüberliegender Seitenflächen.
Das Rhombentriakontaeder Das
Rhombentriakontaeder besitzt 30 Rauten, 32 Ecken und 60 Kanten. An 12
der Ecken grenzen 5 Kanten und an die übrigen 20 Ecken grenzen 3 Kanten an.
Das Längenverhältnis der Diagonalen der Rauten ist gleich der
goldenen Schnittzahl.
Das Rhombentriakontaeder entsteht durch Aufsetzen gleich großer Pyramiden auf die Seitenflächen
(reguläre Fünfecke) eines Dodekaeders.
Die Dodekaederkanten bilden die Diagonale f der Raute mit der Seitenlänge a.
Es gilt: e/f =
τ
≈ 1,618
Begründung für e/f =
τ Der Winkel zwischen zwei Seitenflächen des
Dodekaeders beträgt β = 180° - arctan(2).
Dann
muss für den Winkel α
gelten 2
α + β = 180°,
damit eine ebene Raute mit den Diagonalen e und f entstehen kann. Dies ist
der Fall für e = f/2 (1 + √5)
(f/2)² + (e/2)² = a²
(Pythagoras)
f =
a √(50 – 10√5) / 5
e = a
√(10√5 + 50) / 5
ri
= 1/2 f
√(1
+ 2/√5)
(Inkreisradius des regulären
Fünfecks) cos(α) = ri
/ (e/2)
cos(α)
= 1/2 f
√(1
+ 2/√5)
/ (a √(10√5 + 50) / 10)
cos(α)
= 1/10 a √(50 –
10√5)
√(1
+ 2/√5)
/ (a √(50 + 10√5) / 10)
cos(α)
= 1/10
√(50
+ 10√5)
α =
1/2 arctan(1/3) + 22,5° ≈ 31,72°
Der
Winkel zwischen zwei Dodekaederflächen
beträgt β = 180° –
arctan(2) ≈ 116,56°.
2 α + β = 2 (1/2 arctan(1/3) + 22,5°) + 180°
–
arctan(2) = 180°
Damit ist gezeigt, dass die Raute an der Kante des Dodekaeders nicht
abknickt und ein ebenes Viereck ist mit
e = f
· τ.
Flächeninhalt AR
der Raute in Abhängigkeit von a:
AR
= e·f
/ 2 = (1 +
√5)/4
f²
AR
= (1 +
√5)/4 (50 – 10√5)
/ 25 a²
AR
= 2/5
√5 a²
Oberflächeninhalt A des
Rhombentriakontaeder:
A = 30 AR = 12√5
a²
≈
26,833 a²
Berechnung des Volumeninhalts V des Rhombentriakontaeders Volumeninhalt VP
einer aufgesetzten Pyramide: Flächeninhalt des
regulären Fünfecks mit der Kantenlänge f :
A5
= f²/4
√(25
+ 10√5)
A5
=
a² (50 –
10√5) / 100
√(25
+ 10√5)
A5
= 1/2
√(10
+ 2√5)
a² Berechnung der Höhe h und
des Volumeninhalts VP der Pyramide:
h² = (e/2)² – ri²; ri²
= 1/4 f ²(1
+ 2/√5)
=
(50
– 10√5) (1 + 2/√5)
/ 100 a²
h² =
a² (50 + 10√5) / 100 –
(50 – 10√5)
(1 + 2/√5)
/ 100 a²
h =
√5/5
a
VP
= 1/3 A5 h = 1/6 √(10
+ 2√5)
√5/5
a³
VP
= 1/30
√(50
+ 10√5)
a³
Volumeninhalt des Dodekaeders:
VD
= 1/4 (15 + 7√5)
f³
VD
= 1/4 (15 + 7√5)
(√(50 – 10√5) /
5)³ a³
VD
= 2/5
√(250
+ 110√5)
a³
Volumeninhalt des Rhombentriakontaeders:
V = VD
+ 12·VP
V =
2/5
√(250
+ 110√5)
a³ + 12/30
√(50
+ 10√5)
a³ = 4
√(5
+ 2√5)
≈ 12,31 a³
Volumeninhalt V des
Rhombentriakontaeders:
V = 4
√(5
+ 2√5)
≈ 12,311
a³
Berechnung des Radius R der Umkugel
des
Rhombentriakontaeders: R = ri
(Dodekaeder) + h
R =
f/20
√(250
+ 110√5)
+
√5/5
a
R =
a √(50 – 10·√5) /
100
√(250
+ 110√5)
+
√5/5
a
R = (1
+
√5)/2
a
Radius
R der Umkugel durch die Pyramidenspitzen R
=
(1 +
√5)/2
a =
τ a ≈
1,618 a
Berechnung des Radius r der Inkugel
des
Rhombentriakontaeders: r² = R²
– (e/2)²
(Pythagoras)
r² =
(6 + 2√5)/4
a²
– (10·√5 + 50) / 100 a²
r² =
(2/5
√5
+ 1) a²
r =
√(25
+ 10√5)/5
a ≈ 1,376 a
Radius
der Inkugel r
=
√(25
+ 10√5)/5
a ≈ 1,376
Rhombentriakontaeders
mit Umkugel und mit Inkugel
Symmetrie des Rhombentriakontaeders:
Das Rhombentriakontaeder besitzt
5 fünfzählige Drehachsen a durch die 10 Pyramidenspitzen,
6 dreizählige Drehachsen b
durch die stumpfen Ecken der Rauten,
15 zweizählige Drehachsen
c durch die Mittelpunkte der Rauten
Geschichtliches Die Polyeder Rhombendodekaeder und
Rhombentriakontaeder wurden von Johannes Kepler im II. Buch der
Harmonices Mundi (1619) S. 61 beschrieben:
Zeichnung des Rhombendodekaeders und Rhombentriakontaeders durch J. Kepler
Johannes Kepler hat gezeigt, dass es nur diese zwei
Rhomben-Polyeder gibt, wenn man den Würfel und das Rhomboeder
nicht dazurechnet. Das Rhomboeder ist ein Polyeder, das von
sechs kongruenten Rauten begrenzt wird.
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